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Bogenschießen für  Einsteiger - eine kostenlose Anleitung, leicht verständlich

 

Ein Grundkurs für Alle, bei denen  der Bogen nicht nach 3 mal Schießen auf dem Dachboden verschwinden soll

und hier bekommen Sie die nötigen Bögen:

häufige Fragen

 

wie ist die Rechtslage beim Bogenschießen in Bezug auf das Waffenrecht. Wo kann man Bogenschießen, was ist zu beachten?
Das neue Waffengesetz gibt eindeutig an, dass Bögen keine Waffen sind, und deshalb aus dem Waffengesetz herausfallen. Anders gesagt: Bögen sind in Deutschland reine Sportgeräte, wie Tennisschläger, Golfschläger, Fußbälle usw.

Schießen können Sie überall, wo es die Grundstückseigentümer und die Grundstückspächter nicht verbieten (vergessen Sie dabei nicht, die Jäger mit ihrem gepachteten Jagdrecht auf einem Grundstück zu fragen). Viele schießen z.B. in ihrem eigenen Garten, oder der Landwirt hat ihnen erlaubt, auf der leeren Wiese zu schießen.

Zu beachten ist, dass niemand verletzt oder behindert wird. Es gilt der gesunde Menschenverstand (siehe Rubrik -vor dem ersten Schuss-)

 Da der Winter naht, würde ich gern wissen, wie gut der Bogen (Ragim/Black Flash) niedrige Temperaturen verträgt,denn ich habe nur die Möglichkeit im Freien zu Schießen.Ab welchen Außentemperaturen sollte der Bogen draußen nicht mehr verwendet werden?
Im Grunde ist es kein Problem mit dem Bogen im Winter zu schießen. Einzige Vorrausetzung ist, dass sie den Bogen nicht in den Schnee oder Matsch legen. Wenn Sie fertig geschossen haben den Bogen einfach kurz abreiben und in eine Tasche oder ähnliches legen und alles ist gut.

Bitte um Auskunft bzw. detailierte Beschreibung.
Was ist eine Zielscheibe aus Karphos?
Karphos ist gekämmtes, gepresstes Stroh in Streifen, die mit Pappe kaschiert sind. Es ist ursprünglich für den Hausbau gedacht gewesen, Es hat sich seinerzeit aber auch im Bogensport durchgesetzt, da man darauch gute Zielscheiben bauen konnte.

Qualitäts-Turnier-Zielscheiben bestehen aus ausgesuchtem Karphos-ähnlichem Material (ohne störende Papp-Kaschierung), dass auch nur zu einem bestimmten Grad gepresst ist, damit man die Pfeile wieder herausbekommt.
Das Stroh liegt längs  zur Schussrichtung. Die Pfeile können sich dann zwischen das Stroh quetschen, ohne es großartig zu beschädigen. Dadurch wird die hohe Lebensdauer dieser Scheiben erreicht.

Hallo! Wie  tauscht man die Karphos Streifen aus ?
auf alle Fälle nicht ALLEINE ;-)
Legen Sie die Zielscheibe auf eine ebene Fläche, und lösen Sie die Schrauben des Umreifungsbandes der Zielscheibe (vorsichtshalber ein Ratschen-(Zurr-)band um die Zielscheibe legen, da sie unter Spannung steht).
Anschließend lösen Sie das Ratschenband, entnehmen vorsichtig den schadhaften Streifen, und setzen den neuen Streifen ein. Falls die Länge nicht passt – zuschneiden.
Zum Schluss legen Sie das Umreifungsband wieder um die Zielscheibe, ziehen es mit dem Ratschenband soweit zusammen, dass die Schraublöcher wieder übereinander liegen,  und schrauben das Ganze wieder zusammen – fertig.

Was ist der Unterschied zwischen Recurve und Compound?
Schauen Sie sich die Armbrüste oder Bögen mal genau an:
Recurve-Armbrüste und -Bögen sind aufgebaut, wie Sie es wohl erwarten - ein geschwungener Bogen, an dem die Sehne direkt befestigt ist. Das Zuggewicht wirkt nur im hinteren Teil komplett auf die Pfeile

Compound-Armbrüste und -Bögen haben ein Flaschenzugsystem mit Exzenterrollen, die im vorderen Bereich schwer zu ziehen sind, und anschließend durch den Exzenter relativ leicht. Dadurch steht beim Compound-System die Kraft im vorderen Bereich zur Verfügung - der Pfeil bekommt die vollen lbs. also erst zu spüren, wenn er schon in Bewegung ist. Dadurch hat man eine weitaus größere Pfeilbeschleunigung als bei gleich starken Recurvemodellen.

Zudem ist gerade bei Comound-Bögen ein Vorteil entscheident: im ausgezogenen Zustand halten sie nur noch durchschnittlich 1/3 des Zuggewichtes fest - also bei einem 60 lbs.-Bogen nur noch ca. 20 lbs. Dadurch können Sie auch einen starken Bogen ruhig halten.

Sollte man erst mit einem Recurvebogen anfangen, und später erst auf Compound umsteigen?
Es wird empfohlen, erst mit einem Recurvebogen anzufangen.
Diese Meinung teile ich aber nicht unbedingt: Wer Motorrad fahren will, muss auch nicht erst einen Autoführerschein machen.

Die Empfehlung kommt daher, dass es Compoundbögen erst seit knapp 40 Jahren gibt, und der Boom erst in den letzten Jahren gekommen ist. Es steckt also auch viel „Das haben wir immer so gemacht“ hinter solchen Empfehlungen.

Der wirkliche Unterschied:
beim Recurvebogen muss der Schütze ein hohes Zuggewicht ruhig halten. Aufgrund des trotzdem relativ geringen Zuggewichtes gegenüber einem Compoundbogen, sind die Schussentfernungen geringer.

Beim Compoundbogen ziehe ich zwar evtl. 60 lbs., halte im gezogenen Zustand aber nur noch ungefähr ein Drittel (bei einem Let-Off von 65%), also nur noch rund 20 lbs.
Deshalb kann ich ihn ruhig halten, und habe trotzdem 60 lbs. „Dampf“. Das reicht auch für größere Entfernungen.

 Ich persönlich schieße übrigens lieber Recurve, da mir die Spannung, die ich im Körper aufbauen und halten muss, beim Compoundbogen zu gering ist ;-)


Ich möchte mir gerne einen Recurve-Bogen kaufen, um selbst mit dem Schießen anzufangen. Da ich am liebsten traditionell über das shelf schießen möchte, würde ich gerne wissen, ob das mit den "typischen" Anfängerbögen wie Silver Cup (Ragim Victory?) oder Wave möglich ist? Ist der GreenTiger Deluxe nicht eigentlich zu klein?
Shelfschießen bedeutet eigentlich das Schießen über den Handrücken. Dafür sind Langbögen, wie Reiterbögen, der Lanura oder noch Besser der Lanura OES (Old English Style) geeignet.
Ebenfalls als Shelfschießen wird jedoch oft das Schießen aus dem Bogenfenster ohne Pfeilauflage bezeichnet. Dafür können Sie eigentlich jeden Langbogen mit Bogenfenster (wie z.B. Old Shooter), oder Recurvebogen nehmen.
In dem Fall lohnt es sich, ein Filz- oder Lederstück als Auflage in das Bogenfenster zu kleben – das schont die Pfeile und auch den Bogen.

Zum GreenTiger Deluxe:
Es ist ein Jagdbogen, und deshalb ist er so klein gehalten. Jedoch sind die Wurfarme bei einem 62-Zoll-GreenTiger Deluxe (der Bogen hat sogar wegen des noch kleineren Mittelteils gegenüber dem GreenTiger nur 60 Zoll) genau so lang, wie bei einem ausgewachsenen FITA-Bogen mit 68 Zoll Länge. Wenn Sie FITA-Schießen machen möchten, würde ich Ihnen diesen Bogen mit gemischten Gefühlen verkaufen – geht aber auch noch (kurze Bögen liegen nicht so ruhig in der Hand). Zum Instinktivschießen mit diesem Bogen habe ich allerdings keine Bedenken.

Der Unterschied:
Beim FITA-Schießen zielen Sie lange und ruhig über ein Visier. Irritationen, wie sie z.B. durch einen zu starken Sehnenwinkel verursacht werden (die Finger werden ein wenig eingequetscht, und geben deshalb beim Lösen einen störenden Impuls auf die Sehne ab), sollten minimiert werden.
Beim Instinktivschießen (Intuitivschießen) halten Sie den Bogen nur sehr kurze Zeit in voll gespanntem Zustand. Das Ziel peilen Sie an, bevor Sie den Bogen ausziehen. Die Irritationen fallen einfach nicht ins Gewicht.

Da Sie beim Instinktivschießen den Bogen nicht sehr lange voll ausgezogen halten, können Sie einen stärkeren Bogen verwenden, als beim FITA-Recurveschießen. In der Regel sind 10-15 lbs. mehr machbar.

Wie schwer müssen Pfeile mindestens sein?
Pfeile sollten ein Mindestgewicht haben, damit der Bogen nicht leidet. Ein zu leichter Pfeil hat einen ähnlichen Effekt, wie ein Leerschuss.
Das wurde erstmals zum Problem, als Carbonpfeile auf den Markt kamen.

Die Bogenhersteller haben schon vor Jahren lange getüftelt, und sind auf folgendes Ergebnis gekommen:
Mindest-Pfeilgewicht = ca. 5-6 grain/llbs. Zuggewicht.

Ein 60-lbs.-Bogen sollte also keine leichteren Pfeile schießen, als 300 grain (19,5 Gramm).
Sollte der Pfeil leichter sein, besorgt man sich einfach eine schwerere Spitze.

Ich habe im Internet gelesen, dass es Bögen gibt, die über 1000 Leerschüsse aushalten. Wo bekomme ich die?
NIRGENDS...
Diese Aussage dürfen Sie getrost unter “Übersetzungsfehler” verbuchen. Sie hat sich nämlich gebildet, als Carbonpfeile aufkamen, und die den Bogen belastet haben, wie ein Leerschuss (siehe oben). Irgendwie ist dann aus “Schießen mit leichten Carbonpfeilen” ein “Schießen ohne Pfeile” geworden.
Tatsache ist, dass es satt und reichlich Bögen gibt, bei denen nach einem oder wenigen Leerschüssen der Schütze vor den Trümmern seiner eigenen Dummheit stand.
Also: Egal, was man Ihnen erzählt. Sie sollten Leerschüsse NIE ausprobieren.
Sollten Sie es doch vorhaben: den nächsten Bogen können Sie anschließend gerne bei mir kaufen :-)

Ist die Recurvebogentabelle auch für Langbögen anwendbar?
Langbögen werden gerne ca. 2 Zoll länger genommen als Recurvebögen. Da ihnen der Recurve zum speichern der Energie fehlt.

Wie ist es mit der Länge bei Compoundbögen?
Bei Compundbögen sind 31-37 Zoll die normale Größen. Turnierschützen schießen lieber mit den größeren, da sie stabiler in der Hand liegen. Jäger benutzen lieber die kleineren, weil die nicht so sperrig sind.

Hallo!
Wo liegt im Wesentlichen der technische Unterschied zwischen einem Jagd und  einem sogenannten Target Compoundbogen?
2) welche Eigenschaften müsste ein CP  Bogen haben, wenn man kein Release , sondern "wie gewohnt" ein Fingertab oder einen Handschuh benutzen möchte?
Jagdbögen sind eine  eigene Bogengruppe. Sie haben ein relativ hohes Zuggewicht, um auf zu schätzenden Distanzen trotzdem das Ziel treffen zu können. Man kann schließlich  nicht vorher die Entfernung zum Jagdwild ausmessen, anschließend den Bogen auf  diesen Entfernung einschießen, um dann das Tier schießen zu können.
Gleichzeitig sind diese  Bögen relativ klein, damit man besser durch das Unterholz kommt. Es gibt sowohl Jagd-Recurve- als auch Jagd-Compoundbögen.

Bei Einem  Target-Compoundbogen wählt man in der Regel einen größeren Bogen, da er ruhiger in der Hand liegt. Target-Compoundbögen dürfen in Turnieren nur mit maximal 60  lbs. geschossen werden.

Das Umstellen von  Release auf Tab ist relativ einfach: Sie benötigen eine Recurve-Pfeilauflage und  die Pfeilnock muss um 90 Grad verdreht sein (Leitfeder nach außen, statt nach  oben oder unten.

Hallo!
Wie fest soll die Pfeilnocke in der Sehne sitzen? Wenn das zu fest sitzt geht doch bestimmt viel Schußenergie verloren, oder?
Halten Sie den Bogen so, dass der aufgenockte Pfeil nach unten zeigt.
Schlagen Sie jetzt mit der Hand auf die Sehne - der Pfeil sollte jetzt herunterfallen.
Sollte er hängen bleiben, sitzt die Nocke zu stramm. Sie können sie vorsichtig auseinander biegen (z.B. mit dem Rücken eines Messers).
Sollte er schon vorher herausfallen, ist die Nocke zu locker. Sie sollten sie vorsichtig zwischen Damuen und Zeigefinger zusammendrücken.
Erwärmen Sie die Nocken möglichst vor dem Biegen ein wenig (z.B. mit dem Fön oder unter heißem Wasser)

Sie schreiben in Ihrem „Buch“ Bogenschiessen für Einsteiger, dass man einen Trockenschuss NIE machen solle,
um das Material zu schonen. Woher weis aber der Bogen, dass kein Pfeil auf der Sehne sass ?
Ganz einfach: die Energie wird auf den Pfeil übertragen, die Sehne gleichmäßig beschleunigt. Das Gleiche gilt für die Wurfarme. Liegt kein Pfeil auf dem Bogen, schnellt die Sehne locker nach vorne, um anschließend die Bewegung der Wurfarme abrupt zu beenden. Dadurch entstehen extreme Schwingungen in den Wurfarmen, die zu Rissen führen können.
Folge: die Wurfarme verlieren nach und nach ihre Spannkraft, oder sie brechen.

Weiters hätte ich noch eine Frage zur Spineweite. Die Spineweite ist ja die Steifigkeit.
Wenn ich also einen RecurveBogen mit 28lbs habe und eine Pfeillänge von 28" dann entnehme ich eine Spineweite von 780 laut Ihrer Tabelle.
Wenn ich aber mehr lbs beim Bogen habe brauche ich eine geringere Spineweite was ja weniger Steifigkeit bedeutet. Sehe ich das richtig, oder liege ich da falsch? Ich meine, warum braucht man weniger Steifigkeit, bei mehr Bogenstärke?! 
Falsch gedacht.
Bei Aluminiumpfeilen steigen die Zahlen mit der Steifigkeit, da die ersten beiden Zahlen den Schaftdurchmesser in 64tel Zoll angeben, und die letzten beiden Ziffern wie Wandungsstärke in 1000stel Zoll.
Bei Carbonpfeilen sinken die Zahlen mit steigender Steifigkeit, da es sich hierbei um den Durchbiegungsgrad handelt (Durchbiegung in 1000stel Zoll auf einer Länge von 28 Zoll).Je weicher der Pfeil, desto weiter biegt er sich durch, und desto höher der Wert.

Was sind Laminatbögen?
Ein Laminatbogen besteht aus zwei verschiedenen Werkstoffen, deren Vorteile sich ergänzen. Moderne Laminatbögen bestehen in der Regel aus Holz mit einer (meist durchsichtigen) Fiberglasauflage.
Reine Holzbögen haben ein sehr weiches Schussverhalten. Allerdings können die Wurfarme ausleiern, und bei unsachgemäßer Handhabung (z.B. nach dem Aufspannen sofort schießen) auch brechen.
Reine Fiberglasbögen sind ziemlich unkaputtbar (mit Gewalt und Leerschuss geht aber auch das). Allerdings haben sie die unangenehme Eigenschaft beim Schuss stark zu schwingen (Handschock).
Laminatbögen haben einen relativ geringen Handschock, und sind trotzdem bedeutend bedienungsfreundlicher. Ihnen macht es nichts aus, auch mal ein paar Tage aufgespannt zu bleiben, und sie sind sofort einsetzbar.

Es gibt auch andere Laminatzusammenstellungen, wie z.B. Holz/Carbon (gerne genommen bei Turnier-Recurvebögen), oder auch Holz/Bambus (schöne Alternative, jedoch eigentlich nicht käuflich. Sie werden von den Schützen üblicherweise für den Eigenbedarf selber hergestellt)

 

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